Regen auffangen im Notfall
Planen, Dachrinnen, erster Schwall und welche Dächer du meiden solltest
5 Min.AnfängerAktualisiert
- Eine Plane, einen Poncho oder eine Dachrinne so aufbauen, dass Regen in einen sauberen Behälter läuft
- Den ersten Schwall verwerfen und sichere Auffangflächen wählen
- Abschätzen, wie viel Wasser dir ein Dach oder eine Plane liefern kann
Regen ist das sauberste Wasser, das du findest
Wenn kein Wasser mehr aus dem Hahn kommt, ist Regen meist die beste Quelle in deiner Nähe. Er fällt als fast reines Wasser und nimmt nur Schmutz aus der Luft und von der Fläche auf, auf die er trifft. Das ist der Kern dieser Lektion: Fläche und Behälter entscheiden, wie sicher dein Regenwasser ist. Eine saubere Plane über einem sauberen Eimer liefert viel besseres Wasser als ein schmutziges Dach über einem alten Fass. Trotzdem kann Regen, der ein Dach, eine Plane oder eine Rinne berührt hat, Vogel- und Tierkot, Staub und Keime enthalten, also behandelst du ihn vor dem Trinken, wie die nächste Lektion erklärt.
Trichter aus Plane und Poncho
Spann eine Plane, einen Poncho oder eine große Plastikfolie an vier Ecken zwischen Bäumen oder Pfosten, wobei eine Ecke tiefer hängt als die anderen. Leg einen kleinen Stein in die Mitte der Folie knapp über dieser tiefen Ecke, damit das Wasser an einen Punkt läuft, und stell deinen Behälter darunter. Eine Folie von 2 mal 3 Metern hat 6 Quadratmeter, das ist eine Menge Auffangfläche. Spül die Folie in den ersten Regenminuten ab und lass dieses Wasser ablaufen. Lebensmittelechtes oder neues Plastik ist am besten. Meide alte Planen, auf denen Treibstoff, Chemikalien oder Farbe waren, und nimm nie eine Folie, die mit Flammschutz- oder Insektenschutzmitteln behandelt ist.
Dachrinnen, Fallrohre und saubere Behälter
Ein Hausdach fängt viel mehr auf als jede Plane. Zieh das Fallrohr vom Abfluss weg oder schneid es in passender Höhe ab und leite es in einen Behälter. Nimm nur lebensmittelechte Behälter: Wasserflaschen, Lebensmitteleimer, saubere Kanister, die für Wasser gekennzeichnet sind. Nimm nie Behälter, in denen Treibstoff, Pestizide, Lösungsmittel oder Reinigungsmittel waren, denn diese Chemikalien lassen sich nicht auswaschen, und weder Abkochen noch Chlorbleiche entfernt sie. Wasch die Behälter mit Seifenwasser, spül sie aus, schwenk sie dann mit einer schwachen Bleichlösung von etwa 1 Teelöffel pro Liter und spül erneut. Lass zwischen den Schauern die Deckel drauf.
Der erste Schwall wird verworfen
Der erste Regen nach einer Trockenphase spült alles vom Dach: Staub, Laub, Pollen, Vogelkot, tote Insekten. Dieses erste Wasser ist das schmutzigste, das du sammelst, also lass es ablaufen. Eine einfache Regel: Verwirf ungefähr die ersten 0,5 bis 1 Liter pro Quadratmeter Dach, oder warte einfach 5 bis 10 Minuten gleichmäßigen Regen ab, bevor du mit dem Füllen anfängst. Ein Erstspülungsabscheider macht das automatisch: Ein senkrechtes Rohr füllt sich zuerst mit dem schmutzigen Wasser, danach fließt das saubere Wasser daran vorbei in den Tank. Nach einer langen Trockenphase verwirfst du mehr.
Dächer, von denen du nicht sammeln solltest
Manche Flächen vergiften das Wasser, und keine Aufbereitung macht das wieder gut. Trink kein Wasser von Dächern mit Bleiverwahrung, Bleifarbe oder alten Bleirinnen. Meide Asbestzementplatten, die auf alten Schuppen und Garagen häufig sind, und meide Dächer aus Bitumen, Teer oder Dachpappe, die ölige Chemikalien abgeben. Behandeltes Holz, mit Kupfer imprägnierte Holzschindeln und Dächer mit unbekannter Farbe fallen ebenfalls weg. Dächer unter überhängenden Bäumen oder mit vielen Tauben und Möwen sammeln viel Kot. Gute Flächen sind glasierte Ziegel, Schiefer, lebensmittelecht beschichtetes Metall und sauberes Plastik oder Glas. Wenn du nicht sicher bist, woraus das Dach besteht, nimm das Wasser zum Waschen und Spülen, nicht zum Trinken.
Wie viel Wasser du erwarten kannst
Die Rechnung ist einfach: 1 Millimeter Regen auf 1 Quadratmeter ergibt 1 Liter. Miss die Grundfläche des Dachs, nicht die schräge Dachfläche, also fängt ein Haus von 8 mal 10 Metern 80 Liter pro Millimeter Regen. Ein Schauer von 10 mm bringt dann theoretisch etwa 800 Liter; rechne in der Praxis mit rund 80 Prozent wegen Spritzwasser, Verdunstung und dem ersten Schwall. Deine Plane mit 6 Quadratmetern bringt im selben Schauer etwa 50 Liter. Ein Mensch braucht mindestens 3 Liter am Tag zum Trinken und rund 15 Liter für einfaches Kochen und Waschen, also zählt selbst ein kleiner Fang.
Teste dich
1 mm Regen auf 1 m² ergibt genau 1 Liter. Multipliziere das mit der Grundfläche des Dachs, dann hast du die Gesamtmenge.
Das erste Wasser vom Dach ist das schmutzigste. Wenn du es ablaufen lässt, bleibt der Großteil der Verschmutzung aus deinem Behälter draußen.
Glasierte Ziegel geben keine Chemikalien ab. Asbest, Bitumen und Blei können Wasser so verunreinigen, dass keine Aufbereitung es rettet.
Treibstoff und Chemikalien ziehen in den Behälter ein und lassen sich nicht auswaschen. Auch Abkochen und Chlorbleiche entfernen sie nicht.
Probier es echt aus: Bau dir einen Regenfänger
- Besorg dir eine saubere Plane, einen Poncho oder ein Laken und einen lebensmittelechten Behälter
- Spann alles so, dass eine Ecke tiefer hängt, und leg einen Stein knapp über diese Ecke
- Lass die ersten Regenminuten alles abspülen und das Wasser ablaufen
- Sammle, deck den Behälter ab und rechne aus deiner Auffangfläche die Liter aus
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Nächste Lektion: Regenwasser lagern und aufbereiten →
Vom Human-Skills-Team geschrieben und anhand der Quellen unten geprüft. Wie wir Inhalte prüfen
- WHO Guidelines for Drinking-water Quality
- CDC Making Water Safe in an Emergency
- EPA Emergency Disinfection of Drinking Water
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